Auch bei Corona: Ein Leben ohne Badminton ist möglich, aber sinnlos

Also machen wir aus der Not eine Tugend: Eines der letzten verfügbaren Netze online geschnappt, ein windstilles Örtchen gesucht und schon kann es losgehen. Zuerst dachten wir, uns mit den neuen Airshuttles die Zeit zu überbrücken. Doch schnell merkten wir, dass sogar ein Spiel mit gewöhnlichen Plastik- oder gar Federbällen möglich war. Die Freude war allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Am kommenden Tag wurde mit Malkreide gar das Feld aufgemalt und richtige Matches ausgetragen. Man munkelt, dass machner an allen drei Tagen des langen Maiwochenendes erst von der Dunkelheit vom Court vertieben wurde.

Und die nächsten Schritte sind auch schon geplant: Ein vereinseigenes Netz in regulärer Einzelfeld-Breite ist bestellt und wird zentral zum Verleih aufbewahrt werden, eine Liste gegeinter Location wird ständig erweitert und die Trauer über die Hallenschließungen wird so merklich gedämpft.

Airshuttles für Airbadminton: Wir haben für euch getestet

Die Hallen sind zu. Aber zumindest ist das Wetter gut und die neuen Bälle fürs Badminton Outdoorspiel sind da. Der Badminton Weltverband BWF hat die neuen Airshuttles entwickelt und mit Victor produziert. Zurzeit sind sie in Dänemark erhältlich.

Wie lassen sie sich spielen?

Der Ball ist deutlich schwerer als ein Federball. Er fliegt dafür aber auch bei leichtem Wind stabil durch die Luft. Man kann ihn leicht sehr weit schlagen. Auch ein weiter Rückhandclear ist jetzt für jede und jeden möglich. In der Luft fliegt er ruhig und wackelt kaum. Natürlich wird er bei stärkerem Wind auch beeinflusst. Gewöhnungsbedürftig ist, dass er etwas langsamer fällt. Also für das klassische Federballspielen im Park eignet er sich gut. Beim schnellen Spiel bekommt man ziemlich viel Speed drauf und sollte aufpassen, dass man von dem härten Ball nicht getroffen wird.

Weder die natürliche Umgebung des Airshuttles noch ein offizielles Produktfoto – aber wenigstens lizenzfrei

Praxistest

Wir haben dann auch mit Netz und Feld gespielt, um eine echte Badminton-Atmosphäre zu generieren. Da treten deutliche Unterschiede auf. Der Ball springt etwas flummimäßig vom Schläger weg. Ein genaues Netzspiel ist deshalb nicht möglich. Auf der Website des Weltverbands werden aus diesem Grund auch extra Regeln fürs Airbadminton vorgeschlagen. Danach wird ein Bereich 2m vorm Netz nicht bespielt. Man hat dahinter einen Court von 6m Länge und 5m Breite. Hier muss man sich mit dem Ball eine Weile einspielen. Dann macht es echt Spaß. Man spielt viel Drive, Drops hinter die 2m Linie, Smash und Clear. Beim schnellen Spiel braucht’s dann wirklich Reaktionsvermögen. So bekommt man aber schon eine gute Match-Atmosphäre hin. Noch dazu kann man an frischer Luft spielen und der Wind hat keinen so großen Einfluss mehr.

Problem: Die Bespannung

Der Ball ist schwerer und gerade am Anfang trifft man ihn nicht immer sauber. Wenn man mit normaler Bespannung hart schlägt, kann die Saite reißen. Vom Weltverband wird eine Bespannung von 8 bis 9 kg empfohlen.

Sie haben für den Ball auch eine ziemlich dunkle Farbe gewählt, die vorm Himmel gut aber vor Bäumen nicht optimal zu sehen ist. Aufpassen muss man draußen natürlich auch auf den unebenen Boden.

Insgesamt macht es Spaß. Man braucht ein Netz und einen passenden Schläger. Dann hat man eine spannende Badminton-Ergänzung zur Halle unter freiem Himmel – nicht nur für die Coronazeiten.

Weitere Infos gibt es auch unter bwfbadminton.com/airbadminton.

Weiterhin kein Training

Liebe Alle,

da aufgrund der allgemeinen Corona-Verunsicherung „jeglicher Spiel, Wettkampf- und Trainingsbetrieb im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit sofortiger Wirkung ausgesetzt“ ist, findet vorerst kein Training statt. Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen, dass wir bald wieder spielen können. Erstmal geht aber vor, dass wir alle gesund bleiben. Bis bald und immer schön die Pfötchen waschen!